72 Stunden - Eine Anklage
Jeden dritten Tag – alle 72 Stunden – stirbt in Deutschland eine Frau durch die Hand ihres Ex-Partners, Stalkers oder eines gekränkten Abgewiesenen.
Eine erschreckende und beunruhigende Zahl fürwahr, doch anstatt die Ursachen der Femizide zu begreifen und ernst zu nehmen, wird noch immer von „Einzeltätern“ ausgegangen und der Mord als „Beziehungstat“ privatisiert, an dem die Frau nicht ganz unschuldig sein soll…
Barbara Plagg schrieb dieses Stück für Barbara Rauch, die am 9.März 2020 in Südtirol von ihrem langjährigen Stalker ermordet wurde und deren Tod die Autorin weder begreifen noch akzeptieren kann.
Zum Stück:
In einer beliebigen Kleinstadt wurde eine Frau ermordet. Hinterlassen hat sie ein Tagebuch, anhand dessen sich die letzten Kontakte der Frau nachvollziehen lassen. Beginnend bei der Nachbarin sucht ein Inspektor/eine Inspektorin Vertreter*innen unterschiedlicher gesellschaftlicher Institutionen auf, von denen sich „Eva“ – so wird die Ermordete stellvertretend für die vielen anderen Frauen genannt – Hilfe erhoffte. Nach und nach tritt ein Netz aus Fehleinschätzungen, unterlassener Hilfeleistung, Vertuschung und mangelhafter Präventivmaßnahmen zutage…